Das Zimmer des Botschafters wurde ursprünglich als Musikzimmer entworfen und genutzt. In Häusern dieser Größe war es üblich, die Erholungsräume zusammenzulegen und das Musikzimmer wurde vom Bibliotheksbereich aus betreten. Heute hat der Raum eine neue Identität erhalten, innerhalb derer das prächtige Himmelbett den Raum beherrscht. Dieses kunstvoll bestickte Bett mit dem königlichen Wappen auf der Bettdecke gehörte dem 2. Earl of Mansfield und wurde von ihm während seiner Zeit als Botschafter in Wien und Paris genutzt.

Rechts neben der Tür hängt ein Porträt des 2. Earl of Mansfield, das von Pompeo Batoni (1708-1787) gemalt wurde, als der 2. Earl noch Viscount Stormont war. Sein Ausdruck strahlt Offenheit und Charme aus, Qualitäten, die einen herausragenden Diplomaten auszeichnen. Er galt als intelligenter Mann, der für seinen scharfen Verstand und seinen hervorragenden Geschmack sehr bewundert wurde.

Auf beiden Seiten des Kamins befinden sich weitere interessante Porträts: eines des 3. Earls of Mansfield, der Scone modernisierte, und eines seiner Frau Frederica, beide gemalt von John Hoppner (1758 - 1810). Wenn Sie mehr über eines der anderen Porträts in diesem Raum erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an einen unserer Führer oder Führerinnen.

Das bedeutendste Porträt hier im Raum ist ein bezauberndes Gemälde von Lady Elizabeth Murray und Dido Belle im Park von Kenwood House, das vom schottischen Maler David Martin (1737-1797) stammt. Lady Elizabeth Murray, die sitzend mit einem Buch in der Hand gezeigt wird, war die Tochter des 2. Earl of Mansfield. Tragischerweise starb ihre Mutter als sie sehr jung war, und ihr Vater, der sich mitten in seiner politischen Karriere in Europa befand, konnte sie nicht alleine großziehen. Lady Elizabeth Murray wurde daher von ihrem Großonkel, dem 1. Earl of Mansfield, im Kenwood Haus in London aufgezogen. Das dunkelhäutige Mädchen im Bild ist Dido Belle. Sie war die Tochter von Sir John Lindsay, dem Neffen des 1. Earl. Er war ein hochdekorierter Kapitän der Royal Navy und stieg schließlich zum Admiral auf. Ein Porträt von Kapitän Lindsay ist an der Wand links neben der Tür zu sehen. Didos Mutter, die Lindsay während der Schlacht um Havanna von einem spanischen Sklavenschiff gerettet hatte, starb, als sie noch jung war. Wie sein Cousin war Kapitän Lindsay ebenfalls nicht in der Lage, seine Tochter auf See großzuziehen, so dass auch er die Pflege seiner kleinen Tochter Lord und Lady Mansfield anvertraute. Die beiden Mädchen wurden wie Schwestern behandelt und genossen beide die Sicherheit und den Komfort des gesellschaftlichen Lebens. Wenn Sie mehr über Didos Geschichte erfahren möchten, fragen Sie bitte einen unserer Schlossführer.

In der Mitte des Raumes steht ein exquisiter Louis XV. Intarsien-Schiebetisch von Nicholas Grevenich. Die geschwungene Oberseite, die mit einer kunstvollen Straßenszene eingelegt ist, gleitet zusammen mit der Friesschublade nach hinten, um eine Buchstütze freizulegen. Das zentrale Paneel ist mit einem Porträt von François Premier eingelegt und dreht sich zur Seite, um einen Spiegel freizulegen.

Ebenfalls erwähnenswert in diesem Raum ist ein Louis XV. Intarsien-Sekretär. Der obere Teil der Türen, welche einen passgenauen Innenraum mit drei Schubladen verschließen, ist mit ovalen Paneelen mit Urnen und Blumen eingelegt. Das Möbelstück steht auf geschwungenen Beinen und ist mit F. Bayer gekennzeichnet. Die Sterne aus dem Murray Familienwappen sind an drei Stellen eingebrannt.

Auf beiden Seiten des Kamins steht ein Paar geschwungener Intarsientische im Stil George III. aus Satinholz, möglicherweise von Mayhew und Ince. Sie sind im französischen Stil gestaltet und haben ein wunderschönes Furnier aus Satin-, Rosen-, und Purpurholz.

Auf einem der Tische befindet sich eine Louis XVI. Ormolu-Kaminuhr. Das 3,5 Zoll große weiße Emaille-Zifferblatt ist mit Mabille à Paris signiert. Das trommelförmige Gehäuse wird von einer Urne überragt und von einem Löwen gestützt. Die rechteckige Basis, die mit Lorbeergirlanden verziert ist, ruht auf einem Sockel aus Ebenholz, der mit Rosetten und Laubwerk dekoriert ist.

Auf dem Kaminsims, auf beiden Seiten des Spiegels, befindet sich ein Paar Louis XVI. Kerzenleuchter. Die dreiarmigen Ständer ruhen auf weißen Marmorsockeln und sind mit patinierten kleinen Putten dekoriert.

Das bezauberndste Möbelstück im Raum ist wahrscheinlich der Kindersessel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, hergestellt aus Pappmaché im Stil Ludwig XV.